Starkregen
Nachfolgend finden Sie alles Rund um das Thema Starkregen.
Warum soll ich als Grundstückseigentümer vorbeugende Maßnahmen ergreifen?
Die Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe der kommunalen Akteure und der Grundstückseigentümer. Je nach Stärke des Ereignisses gibt es drei Belastungsbereiche mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten. Im Bereich des Bemessungsregens sind vor allem öffentliche Entwässerungssysteme entscheidend. Bei seltenen Ereignissen ist ein vorübergehender Wassereinstau auf Verkehrs- und Freiflächen notwendig. Um Schäden bei außergewöhnlichen Starkregenfällen zu begrenzen, ist ein gezielter Objektschutz im privaten und öffentlichen Bereich wichtig. Hier kommt vor allem den Grundstückseigentümern eine Eigenverantwortung zu.
Die Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Maßnahmen der verschiedenen Systeme hängen also von der Stärke des Regens ab. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht, wie mit zunehmender Regenstärke die Verantwortung des Grundstückseigentümers steigt. Demnach tragen öffentliche Entwässerungssysteme und Verkehrs- und Freiflächen nur noch gering zum Überflutungsschutz bei, je extremer der Starkregen ausfällt.
Hinweis: Prüfen Sie, ob Ihre Wohngebäudeversicherung Überschwemmungsschäden in Folge von Starkregen abdeckt!
Quellenangabe: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge, Bonn 2018, S. 11-12 (Link, Zugriff 21.07.2023).
Weiterführende Links
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Hier finden Sie wichtige Hinweise, wie Sie sich sich vor, während und nach einer Sturzflut verhalten.
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Hier können Sie sich die Warn-App NINA herunterladen.
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): Hier finden Sie einen Leitfaden Starkregen für Objektschutz und bauliche Vorsorge.
Deutscher Wetterdienst (DWD): Hier finden Sie eine Definition für Starkregen.
Göttinger Ensorgungsbetriebe (GEB): Hier finden Sie informationen zum Thema Starkregenvorsorge, eine Informationsbroschüre und einen Selbst-Check-Bogen.
Kommunale Umwelt-AktioN e. V. (UAN): Hier finden Sie unter anderem Informationen zum Starkregennetzwerk Niedersachsen, dessen Teil auch die Samtgemeinde Gieboldehausen ist.
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU): Hier finden Sie allgemeine Informtionen zum Thema Starkregen.
Definition
"Von Starkregen spricht man bei großen Niederschlagsmengen je Zeiteinheit. Er fällt meist aus konvektiver Bewölkung (z.B. Cumulonimbuswolken). Starkregen kann überall auftreten und zu schnell ansteigenden Wasserständen und (bzw. oder) zu Überschwemmungen führen. Häufig geht Starkregen auch mit Bodenerosion einher" (Deutscher Wetterdienst). Anders als Hochwasser treten Überflutungen durch Starkregen auch ohne Nähe zu einem Gewässer auf und können daher an fast jeder Stelle vorkommen. Starkregen ist daher vom Hochwasser abzugrenzen. Informationen zum Thema Hochwasser finden Sie hier.
Pilotprojekt "Kommunale Starkregenvorsorge"
Die Kommunale Umwelt-AktioN e. V. (UAN) widmet sich unter anderem im Pilotprojekt "Kommunale Starkregenvorsorge in Niedersachsen" der Gefährdungsanalyse, möglichen Maßnahmen und Bürgerbeteiligung im Kontext der Starkregenvorsorge. Ein Austausch zu diesem Thema findet regelmäßig im Rahmen des Starkregen-Netzwerk Niedersachsen statt, dessen Teil auch die Samtgemeinde Gieboldehausen ist. Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der UAN.
Was empfiehlt das BBK als vorbeugende Maßnahmen?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat Hinweise zur Vorsorge und zum Verhalten vor, während und nach einem Starkregen herausgegeben, diese finden Sie hier.
Es empfiehlt folgende vorbeugenden Maßnahmen:
- Planen Sie beim Hausbau ein, dass alle Eingangsbereiche mindestens 15 bis 20 Zentimeter höher sind als die umgebende Geländeoberfläche
- Kontrollieren Sie den Abwasserkanal im Haus regelmäßig. Lassen Sie eine Rückstausicherung einbauen
- Sorgen Sie in tiefer liegendem Gelände durch ausreichend breite Abflussmöglichkeiten dafür, dass durch die Terrassentüren kein Wasser in das Haus eindringen kann. Ebenerdige Terrassentüren müssen dicht sein und zusammen mit den Fensterelementen dem Wasserdruck standhalten können
- Stocken Sie Lichtschächte mindestens 15 Zentimeter über Geländeoberkante auf
- Wenn sich Dachrinnen oberhalb von Lichtschächten befinden, decken Sie diese zusätzlich ab, so dass kein Schwallwasser vom Dach in den Lichtschacht dringen kann
- Bringen Sie im Inneren des Gebäudes an der tiefsten Stelle jeweils in der Nähe von Eingängen einen Pumpensumpf und Tauchpumpen an, am besten in Verbindung mit einem Notstromaggregat
- Überprüfen Sie die Lage des Gebäudes. Bereits leichte Hanglagen, die auf das Haus zuführen, können zu massivem Wassereinfall führen
- Kontrollieren Sie Zufahrten von der Straße in tiefer liegende Garagen. Sie sind das Einfallstor von Sturzfluten, die von Straßen herkommen. Schwellen können hier helfen
- Achten Sie bei Kellertreppen oder Zugängen zu Souterrainwohnungen darauf, dass Schwellen eingebaut werden. Diese sollten ebenfalls 15 Zentimeter hoch sein. Sichern Sie auch Treppenwangen gegen Sturzfluten
Die Empfehlungen des BBK wurden auch im Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Nr. 6/2023 auf Seite 5 veröffentlicht. Das Mitteilungsblatt wird kostenlos an alle Haushalte in der Samtgemeinde verteilt.
